Beste Wettseiten Österreich 2026: 10 Anbieter im Vergleich

Updated November 2026
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Ein Tennisplatz aus Sand liegt menschenleer im ersten Licht der Morgendämmerung, die Netze hängen still.

Wer in Österreich online wettet, betritt einen Flickenteppich. Eine bundesweite Lizenz für Sportwetten gibt es nicht, keine zentrale Behörde führt eine Liste bewilligter Anbieter, und der klassische Wettschein gilt rechtlich nicht als Glücksspiel, sondern als Geschicklichkeitsspiel – die Wettgebühr von 5 Prozent auf den Einsatz, seit 1. April 2025 in Kraft, ist deshalb nicht die Glücksspielabgabe, sondern eine eigene Gebühr nach dem Gebührengesetz. Wer eine Wettseite sucht, muss also selbst prüfen, wer hinter dem Portal steht, ob das jeweilige Bundesland dem Anbieter eine Bewilligung erteilt hat und zu welchen Konditionen gespielt wird. Genau das leistet dieser Vergleich: zehn Buchmacher, von tipp3 mit niederösterreichischer Bewilligung bis zu Marken, die ausschließlich eine Lizenz aus Malta, Gibraltar oder Anjouan vorlegen, mit allen Daten, die eine echte Entscheidung tragen.

Interwetten wurde im September 1990 in Wien gegründet; als Inhaberin der Malta-Lizenzen wird die Interwetten Gaming Ltd. genannt.

Stand: November 5, 2026. Geprüft gegen die im Impressum und in den AGB der genannten Anbieter veröffentlichten Bewilligungs- und Lizenzangaben.

Was eine Wettseite in Österreich ausmacht

Eine Wettseite ist im einfachsten Fall eine Plattform, die Quoten auf Sportereignisse anbietet, Einsätze annimmt und Gewinne auszahlt. In Österreich kommen drei Ebenen hinzu, die eine Wettseite von einem ausländischen Buchmacher unterscheiden. Erstens die Bewilligung: Jedes Bundesland vergibt Sportwetten-Erlaubnisse nach seinem eigenen Wettgesetz. Eine maltesische MGA-Lizenz ersetzt das nicht, eine Curaçao- oder Anjouan-Lizenz schon gar nicht. Zweitens die Wettgebühr: Seit April 2025 werden 5 Prozent des Einsatzes fällig; wie der Anbieter das weiterreicht, steht in seinen Geschäftsbedingungen. Drittens der Spielerschutz: Kein Anbieter ist verpflichtet, sich an ein bundesweites Sperrregister zu halten, weil es ein solches Register für Sportwetten nicht gibt – jede Plattform regelt Einzahlungslimits, Pausen und Sperren in Eigenregie.

Ein Fußball liegt auf dem Rasen eines leeren Platzes im Morgennebel, im Hintergrund verschwimmen die Tribünen.
Seit dem 1. April 2025 unterliegen in Österreich alle Einsätze auf Sportwetten einer Gebühr von 5 Prozent.

Der Vergleich achtet auf fünf Punkte, in dieser Reihenfolge:

  1. Bewilligungslage. Wer eine Bewilligung eines Bundeslandes vorweisen kann, ist aus der Sicht des jeweiligen Landtagsrechts legaler Anbieter. Wer nur eine ausländische Lizenz nennt, ist im österreichischen Sinn unbewilligt – das ist nicht automatisch illegal, aber es bedeutet, dass keine österreichische Behörde das Angebot beaufsichtigt.
  2. Wettprogramm. Wie viele Sportarten, wie viele Ligen pro Sportart, wie tief die Märkte gehen. Eine Seite, die nur Fußball und Tennis anbietet, ist für einen Eishockey- oder Kampfsport-Fan zu schmal aufgestellt.
  3. Quotenniveau. Gemessen am Buchmachermarge, also dem Anteil, den der Anbieter pro Markt einbehält. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1,90 / 1,90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 90,1 %, die Marge bei rund 9,9 %. Wer die Quoten enger staffelt, lässt dem Kunden mehr vom Einsatz.
  4. Zahlungswege. Welche Methoden akzeptiert werden, wie lange Auszahlungen dauern und ob es Limits gibt, die über das vom Anbieter gesetzte Einzahlungslimit hinausgehen.
  5. Bonusbedingungen. Höhe des Bonus ist die eine Zahl, die zählt, ist die andere: Wie oft muss der Bonus umgesetzt werden, zu welcher Mindestquote, in welcher Frist. Ein 100-%-Bonus mit 20-fachem Umsatz und 30 Tagen Frist ist schlechter als ein 50-%-Bonus mit 5-fachem Umsatz und 90 Tagen.

Wie Sportwetten in Österreich rechtlich stehen

Österreich hat kein bundesweit einheitliches Sportwettenrecht. Der Verwaltungsgerichtshof hat schon 2015 festgestellt, dass die klassische Sportwette kein Glücksspiel im Sinn des Bundesgesetzes ist (VwGH 2.7.2015, Ro 2015/16/0019). Damit fällt sie aus dem Glücksspielgesetz (GSpG) und aus der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Finanzen heraus. Wer Sportwetten anbieten will, braucht eine Bewilligung des Bundeslandes, in dem er den Wettbetrieb tatsächlich ausübt – und zwar nach dem Wettgesetz dieses Bundeslandes.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und ein Bleistift liegen auf einem Schreibtisch im Licht einer Lampe.
Rechtsgrundlage für tipp3-Sportwetten ist das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020); die Bewilligung erteilte die NÖ Landesregierung am 10.12.2020.

In Niederösterreich ist das das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020), zuständig die Niederösterreichische Landesregierung. tipp3 nennt im Impressum einen Bescheid dieser Landesregierung vom 10.12.2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020, als Rechtsgrundlage für seine Sportwetten über Portal und App. Die Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H. mit Sitz am Rennweg 44 in Wien betreibt das Angebot, die Aufsicht über die Annahmestellen führen die jeweiligen Landesregierungen – in Wien der Magistrat. Dieselbe Aktenzahl findet sich in der Wettordnung von win2day, dessen Sportwetten die Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH führt; das ist eine andere Konzession als die des Glücksspielgesetzes, unter der die Lotterie- und Casino-Spiele von win2day laufen. Die zwei Welten – Landessportwette und Bundesglücksspiel – berühren sich auf der Seite, rechtlich sind sie getrennt.

Oberösterreich vergibt Bewilligungen nach dem Oö. Wettgesetz, Tirol über die Tiroler Landesregierung mit Bescheidnummern aus dem Bereich IIa, Wien nach dem Wettengesetz für Wien. Welche Marke in welchem Land eine Bewilligung hält, ist nicht zentral dokumentiert; der Anbieter selbst gibt es im Impressum an. Was eine Bewilligung konkret bedeutet: Der Anbieter muss bestimmte Spielerschutzregeln einhalten, ist an die Wettgebühr gebunden und unterliegt der Aufsicht des jeweiligen Landes. Wer die Bewilligung verliert, darf in diesem Land keine Wetten mehr annehmen.

Vierklee ist das einzige Beispiel im Feld, das die Bewilligung bis zur Aktenzahl nennt: IIa.10.065/144-0 des Amtes der Tiroler Landesregierung, geltend die Vorschriften des Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetzes. Admiral verweist auf eine Bewilligung der Oberösterreichischen Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz. Starsportwetten zitiert im Google-Play-Eintrag einen Bescheid vom 8. März 2022, ohne das Bundesland oder die Aktenzahl zu nennen. Bei Merkur Bets ist die Bewilligung in den vorliegenden Quellen nicht ausgewiesen, der Anbieter publiziert sie auch nicht selbst.

Wer eine ausländische Lizenz nennt – Malta, Gibraltar, Curaçao, Anjouan – hat keine österreichische Bewilligung. Die Rechtslage für solche Anbieter ist umstritten: Der VwGH hat im April 2026 entschieden, dass die Bewilligungspflicht an den Ort anknüpft, von dem aus der Anbieter die Wett-Daten bereitstellt (Ra 2025/02/0037, Oö. Wettgesetz). Ein Server in Malta fällt demnach nicht zwingend in die österreichische Bewilligungspflicht. Das macht ausländische Anbieter nicht automatisch legal, aber es macht die Frage zu einer politischen und gerichtlichen, nicht zu einer klar rechtlichen. Strafen für Spieler, die bei einem ausländischen Anbieter wetten, sind nicht bekannt; Strafen für Anbieter, die ohne Bewilligung in Österreich werben oder Wetten annehmen, betragen je nach Land bis zu 22.000 €.

Wettgebühr, Einsatzlimits und Spielerschutz

Die Wettgebühr nach § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG in der Fassung BGBl. I Nr. 7/2025 beträgt seit dem 1. April 2025 fünf Prozent des Wetteinsatzes. Vorher waren es zwei Prozent, der Satz ist seit 2005 unverändert gewesen und wurde mit dem neuen Bundesfinanzgesetz angehoben. Schuldner der Gebühr ist nicht der Spieler, sondern der Anbieter – der Wettanbieter, der die Wette abschließt oder vermittelt. Wie er die Gebühr an den Kunden weitergibt, ist seine Sache. tipp3 hat sich für ein klares Modell entschieden: Bei verlorenen Wetten trägt der Anbieter die Gebühr selbst, bei gewonnenen Wetten werden 5 Prozent des Gewinns abgezogen.

Ein Beispiel: 10 € Einsatz auf eine Quote von 2,00 ergibt einen Bruttogewinn von 20 €. Die Wettgebühr auf den Gewinn beträgt 1 €, der Auszahlungsbetrag liegt bei 19 €. Bei einer verlorenen Wette wird die Gebühr von 0,50 € auf den Einsatz nicht vom Spieler eingezogen – tipp3 trägt sie. Andere Anbieter verfahren anders, in der Regel wird die Gebühr über die Quoten eingepreist, sodass der Kunde sie nicht separat sieht. tipp3 nimmt ausdrücklich Cash-Out-Gewinne sowie „ja/nein“- und „alle 7“-Wetten vom Gebührenabzug aus.

Neben der Gebühr kennt das österreichische Recht zwei weitere Stellschrauben: Einsatzlimits und Sperren. tipp3 erlaubt ein wöchentliches Einzahlungslimit von bis zu 1.950 €, ein tägliches Einsatzlimit bis 10.000 € und ein wöchentliches Verlustlimit bis 5.000 €. Erhöhungen greifen erst nach 72 Stunden, Herabsetzungen sofort, geändert wird im Kundenprofil unter „Limits“. Wer sich selbst sperren will, kann bei tipp3 zwischen einer Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten – das Guthaben bleibt auf dem Konto – und einer Selbstsperre von 1, 2 oder 3 Jahren wählen; bei der Selbstsperre wird das Restguthaben auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen. Beide Sperren sind nach Beginn nicht mehr aufhebbar.

win2day handhabt die Altersgrenze nach Wochen und Monaten: Unter 26 Jahren liegt das wöchentliche Einzahlungslimit bei 250 € (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren bei 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag kann das Limit individuell erhöht werden, Gewinne zählen nicht zum Limit. Andere bewilligte Anbieter in Österreich veröffentlichen ihre Limits nicht immer so detailliert; bei internationalen Anbietern ohne österreichische Bewilligung fehlt diese Stellschraube ohnehin, dort gelten nur die Limits des Betreibers.

Eine bundesweite Sperrdatei für Sportwetten existiert nicht. Wer sich in Österreich für Sportwetten sperren lassen will, muss dies bei jedem Anbieter einzeln tun, und die Sperre wirkt jeweils nur dort. Dies ist der entscheidende Unterschied zu Casino- und Lotterieangeboten, die dem GSpG unterliegen.

Die Anlaufstelle bei Fragen zum Spielerschutz ist playsponsible.at, eine Plattform der österreichischen Glücksspiel- und Wettanbieter. Sie ersetzt keine Selbstaussperrung, aber sie bündelt Informationen zu Limits, Warnzeichen und Hilfsangeboten. Was keine österreichische Plattform leistet: eine zentrale Auskunft darüber, ob ein bestimmter Anbieter bewilligt ist oder nicht. Diese Auskunft muss sich der Spieler selbst beim Anbieter oder beim zuständigen Amt der Landesregierung holen.

Bonusangebote lesen, bevor man sie annimmt

Bonusseiten lesen sich im ersten Eindruck wie ein Preisschild: 100 % bis 200 €, Gratiswette über 50 €, 200 % Boost auf die erste Einzahlung. Die zweite Seite der Rechnung steht weiter hinten und entscheidet darüber, ob das Angebot günstig ist oder nicht. Vier Zahlen tragen die Bewertung:

Beim Sport-Erstbonus von Slotuna, einem Anbieter ohne österreichische Bewilligung, gilt für Kombiwetten eine Mindestquote von 1,5 je Auswahl, der Umsatz ist innerhalb von 30 Tagen zu erfüllen, pro Wette zählen höchstens 50 € zum Umsatz, und Einzahlungen per Skrill oder Neteller sind nicht bonusberechtigt. Das ist ein durchschnittliches Angebot im Markt: Die Mindestquote ist niedrig, die Frist mittel, der Maximaleinsatz bremst. Was an dem Angebot fehlt, ist die österreichische Bewilligung – wer dort spielt, hat keinen Ansprechpartner in Österreich, falls es Probleme gibt.

Vierklee kündigt einen Bonus von bis zu 100 € an, ohne die konkreten Bedingungen zu publizieren. Das ist die zweite Klasse von Bonusangeboten: Wer nicht weiß, was er bekommt, sollte die Bedingungen vor der Einzahlung beim Anbieter erfragen oder von dem Angebot Abstand nehmen.

Die Wettgebühr von 5 Prozent wirkt auf Boni nicht direkt – sie wird auf den Einsatz berechnet, nicht auf den Bonus – aber sie schmälert den Wert, weil sie vom Gewinn abgezogen wird. Bei einer Gratiswette, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, schlägt die Wettgebühr zusätzlich zu Buche, weil der Buchmacher den Einsatz als Bruttogewinn behandelt und davon 5 Prozent abzieht. Das macht Gratiswetten in Österreich weniger wertvoll als in Märkten ohne Einsatzgebühr.

Was auf keiner Seite stehen darf: ein konkreter Bonuscode. Codes veralten schnell, manche funktionieren nur über Affiliates, andere nur in bestimmten Bundesländern. Wer den passenden Anbieter gefunden hat, holt sich den aktuellen Code direkt auf der Anbieterseite.

Wettprogramm: Breite, Tiefe, Spezialmärkte

Das Wettprogramm ist die eine Zahl, an der sich Enthusiasten und Gelegenheitsspieler gleichermaßen orientieren. tipp3 nennt über 3.600 Annahmestellen österreichweit und ist deshalb auch für Spieler interessant, die nicht nur am Bildschirm tippen wollen: Der Wettschein aus der Trafik ist in Österreich seit Jahrzehnten etabliert, die App ergänzt das Angebot. Im Online-Bereich deckt tipp3 Fußball, Tennis, Eishockey, Handball, Basketball, Formel 1, Kampfsport und Radsport breit ab; die Wett-Tiefe pro Spiel reicht von 1X2 und Über/Unter bis zu Halbzeit- und Ergebniswetten.

Die internationale Konkurrenz – bet365, Tipico, bet-at-home, Interwetten, Sportingbet, LeoVegas – ist beim Fußball unschlagbar, weil sie auch untere Ligen und Jugendspiele anbietet, auf die ein österreichischer Landeanbieter aus Lizenzgründen verzichtet. Bei Nischensportarten zeigt sich das Gefälle noch deutlicher: Kampfsport und MMA werden von LeoVegas und Sportingbet breit abgedeckt, während tipp3 sich auf die großen UFC- und Box-Events konzentriert. E-Sports ist ein Sonderfall – die Rechtslage in Österreich ist nicht abschließend geklärt, eine Bewilligung als klassische Sportwette ist umstritten. Wer auf CS2, League of Legends oder Dota 2 wetten will, findet bei internationalen Anbietern das breitere Programm, sollte aber wissen, dass es keine österreichische Stelle gibt, die diese Wetten als reguläre Sportwetten einordnet.

Tennis ist ein gutes Beispiel für die Marge, die ein Anbieter auf ein Programm schlägt. Die Auszahlungsquoten bei Grand-Slam-Spielen liegen in der Regel zwischen 95 und 97 Prozent bei den großen Buchmachern; in den ersten Runden und bei kleinen ATP-Turnieren sinkt die Quote auf 92 bis 94 Prozent, weil weniger gewettet wird und der Anbieter einen größeren Puffer einbaut. Bei österreichischen Landeanbietern ist die Spanne enger, weil das Wettvolumen pro Markt kleiner ist. Wer auf einem weniger populären Markt spielt, lässt tendenziell mehr Marge beim Anbieter.

Merkur Bets, ehemals Cashpoint, ist mit dem Markenwechsel im Juni 2025 neu aufgestellt. Hinter dem Angebot steht die Merkur Group, eine deutsche Glücksspielgruppe, die in Österreich eigene Annahmestellen unterhält. Die Bewilligung im konkreten Bundesland ist aus den vorliegenden Quellen nicht abzulesen. Das Wettprogramm selbst folgt dem klassischen Muster: Fußball, Tennis, Eishockey, Handball, dazu Kampfsport und Motorsport.

Wie viel Marge die Buchmacher einbehalten

Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter von jedem gesetzten Euro einbehält. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten zu Quote 1,90 – einem ausgeglichenen Spiel also – ergibt sich die Auszahlungsquote zu 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 = 94,99 Prozent. Die Marge liegt bei 5,01 Prozent. Bei einem enger kalkulierten Markt mit beiden Seiten zu Quote 1,85 sinkt die Auszahlungsquote auf rund 91,9 Prozent, die Marge steigt auf 8,1 Prozent. Bei beiden Seiten zu Quote 1,95 erreicht die Auszahlungsquote 97,4 Prozent, die Marge 2,6 Prozent.

Das ist die Bandbreite, mit der ein Leser rechnen muss, wenn er Quoten vergleicht: 2,5 bis 8 Prozent Marge bei ausgeglichenen Zwei-Wege-Märkten sind normal, bei Drei-Wege-Märkten wie 1X2 im Fußball liegt die Marge höher, typisch zwischen 5 und 10 Prozent, weil der Anbieter drei statt zwei Seiten ausgleichen muss. Die Auszahlungsquote ist das, was am Ende zählt: Sie sagt, wie viel von jedem gesetzten Euro im Schnitt an die Spieler zurückfließt.

Diese Bandbreite ist ein Schätzwert, der für den typischen Hauptmarkt gilt. Sie ist kein Versprechen für ein bestimmtes Spiel und keine Aussage über die Marge bei exotischen Märkten. Handicap-Wetten, Ergebniswetten, Eckball-Märkte und Kombinatorik-Märkte haben in der Regel höhere Margen, weil sie schwerer zu kalkulieren sind und der Anbieter einen größeren Puffer einbaut. Wer wissen will, wie hoch die Marge auf einem konkreten Markt ist, rechnet sie mit der Formel selbst aus: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …), Marge = 1 − Auszahlungsquote.

Vergleich der 10 Wettseiten

Die Tabelle führt die zehn im Vergleich berücksichtigten Anbieter auf. Die Spalten nennen die Marke, den Bewilligungsstatus in Österreich und die Konzession, auf die sich der Anbieter beruft. Die Reihenfolge folgt der Bewilligungslage: zuerst die fünf Anbieter mit einer dokumentierten Bewilligung eines Bundeslandes, dann die fünf Marken ohne österreichische Bewilligung.

Marke Bewilligungsstatus Berufene Lizenz bzw. Konzession
tipp3 Bewilligung Niederösterreich NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Bescheid 10.12.2020
win2day Bewilligung Niederösterreich NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Bescheid 10.12.2020
Starsportwetten Bewilligung (Bundesland offen) Bescheid 08.03.2022 (Bundesland und Aktenzahl nicht veröffentlicht)
Admiral Bewilligung Oberösterreich Oö. Wettgesetz
Vierklee Bewilligung Tirol Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz, Zl. IIa.10.065/144-0
Merkur Bets Bewilligung (Bundesland offen) nicht im Detail veröffentlicht
Slotuna ohne österreichische Bewilligung Anjouan ALSI-152406028-FI2
LeoVegas ohne österreichische Bewilligung Malta Gaming Authority
Ybets ohne österreichische Bewilligung Anjouan ALSI-202411003-FI1
888sport ohne österreichische Bewilligung Gibraltar (Evoke plc)

Die Spalte „Berufene Lizenz“ trennt zwei Welten: Wo ein Anbieter eine Bewilligung eines österreichischen Bundeslandes nachweisen kann, ist die Konzession eine österreichische, und das Wettangebot unterliegt dem jeweiligen Landrecht. Wo nur eine ausländische Lizenz angegeben ist, ist die Konzession keine österreichische, die Anbieter sind aus Sicht der österreichischen Landtage unbewilligt. Das ist keine Aussage über Legalität – die ist, wie im Abschnitt zur Rechtslage beschrieben, umstritten –, sondern über die Aufsicht. Bei einem Land-bewilligten Anbieter beschwert man sich beim zuständigen Amt der Landesregierung, bei einem ausländischen Anbieter bleibt nur der Weg zum Anbieter selbst oder zu dessen ausländischer Aufsichtsbehörde.

Was die Tabelle bewusst nicht zeigt: die Quoten, das Wettprogramm, die Limits und die Bonusbedingungen. Diese Punkte sind nicht in einer gemeinsamen Tabelle vergleichbar, weil die Anbieter sie unterschiedlich veröffentlichen. Die Bewertung dieser Punkte steht in den Anbieterprofilen unten.

Anbieterprofile: Wo jeder einzelne Anbieter steht

Die Profile sind keine Werbung. Sie nennen die nachprüfbaren Fakten und ordnen sie ein: Welche Bewilligung liegt vor, wer betreibt den Anbieter, wie ist das Wettprogramm aufgestellt, was sind die Eigenheiten. Am Ende jedes Profils steht ein Verdikt, das die Eignung für eine bestimmte Spielergruppe einschätzt.

tipp3: Der österreichische Landeanbieter mit dem dichtesten Annahmestellennetz

tipp3 ist die Wettmarke der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H., gegründet im April 2000, der erste Wettschein datiert vom 24. August 2001. Das Unternehmen hat seinen Sitz am Rennweg 44 in Wien, Firmenbuchnummer 196645i, und betreibt nach eigenen Angaben über 3.600 Annahmestellen österreichweit, dazu die Trafik-App und das Online-Portal. Die Aufsicht über die Annahmestellen führen die jeweiligen Landesregierungen, in Wien der Magistrat.

Rechtsgrundlage ist das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020). Die Bewilligung erteilte die Niederösterreichische Landesregierung mit Bescheid vom 10.12.2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich, die Alterskontrolle erfolgt nach Angabe des Betreibers systemtechnisch. Bei den Quoten ist tipp3 nicht der Anbieter mit dem höchsten Niveau, dafür aber einer, der die Wettgebühr klar handhabt: 5 Prozent auf den Gewinn, 0 Prozent auf verlorene Wetten. Die Limits sind mit 1.950 € Wochen-Einzahlung, 10.000 € Tages-Einsatz und 5.000 € Wochen-Verlust klar beziffert und liegen in dem Bereich, den ein Gelegenheitsspieler typischerweise nicht erreicht. Einzelwetten sind erst ab Quote 1,06 spielbar, niedrigere Quoten gehen nur in Kombi- oder Systemwetten, dort sind 3 bis 10 Tipps kombinierbar. Wer sich sperren will, kann zwischen 1, 3 oder 6 Monaten Pause und 1, 2 oder 3 Jahren Selbstsperre wählen.

Verdikt: tipp3 ist die erste Wahl für Spieler, die einen österreichischen Anbieter mit klarer Rechtslage, deutschsprachigem Kundenservice und einem dichten Annahmestellennetz suchen. Wer auch unter der Woche in eine Trafik gehen will, um einen Wettschein zu drucken, hat hier den längsten Hebel. Wer maximale Quoten sucht, findet sie anderswo.

win2day: Die Wettmarke der Österreichischen Lotterien

win2day ist die Plattform der Österreichischen Lotterien Gesellschaft mbH. Sie bündelt Lotterie, Casino und Sportwetten in einem Login – und genau hier ist die Trennung wichtig: Die Sportwetten auf win2day beruhen nach Angabe des Anbieters auf einer erteilten Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung und unterliegen damit nicht dem Glücksspielgesetz und nicht der Aufsicht des BMF. Lotterie und Casino laufen unter der bundesrechtlichen GSpG-Konzession. Wer auf win2day wettet, spielt also Sportwette nach NÖ Wettgesetz, nicht Glücksspiel.

Die Bewilligung ist dieselbe wie bei tipp3: NÖ Wettgesetz, Bescheid der NÖ Landesregierung vom 10.12.2020. Das Einzahlungslimit ist altersgestaffelt: Bis 26 Jahre maximal 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren maximal 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht zum Limit. Das Programm deckt die gängigen Sportarten ab, die Tiefe pro Spiel ist im Mittelfeld. Was win2day von tipp3 unterscheidet, ist die Bündelung mit Lotto und Casino, was für Spieler interessant ist, die alle Angebote aus einer Hand nutzen wollen.

Verdikt: win2day ist die richtige Adresse für Spieler, die ohnehin Lotto und Casino spielen und ihre Sportwette im selben Konto abwickeln wollen. Das strikte Wochenlimit bis 26 Jahre ist ein Hemmschuh für junge Vielspieler, ein Segen für Spieler, die ihre Ausgaben klar deckeln wollen.

Starsportwetten: Bewilligt, aber anonym

Die Starsportwetten-App wirbt im Google-Play-Eintrag mit dem Status „behördlich bewilligter Sportwettenanbieter“ und nennt einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem der Starbet24 GmbH die Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erteilt wurde. Welches Bundesland die Bewilligung erteilt hat und welche Aktenzahl der Bescheid trägt, veröffentlicht der Anbieter nicht. Damit ist die Bewilligung als solche belegt, aber nicht nachprüfbar.

Die App selbst ist schmal aufgestellt: Fokus auf Fußball und Tennis, ein paar weitere Disziplinen, die Wett-Tiefe pro Spiel überschaubar. Für einen Gelegenheitsspieler, der mit dem Smartphone schnell einen Tipp abgeben will, reicht das. Wer ein vollständiges Wettprogramm sucht, ist hier falsch.

Verdikt: Starsportwetten ist ein Anbieter für den schnellen Tipp unterwegs, mit dokumentierter, aber nicht nachvollziehbarer Bewilligung. Wer Wert auf Transparenz der Bewilligungsdaten legt, sollte vor der Einzahlung beim Anbieter oder beim zuständigen Landesamt nachfragen.

Admiral: Die Marke der Novomatic-Gruppe

Die ADMIRAL Sportwetten GmbH hat ihren Sitz in Gumpoldskirchen und gehörte zur Novomatic-Gruppe. Gegründet wurde sie von Walter Grubmüller, an der Wiener Börse war das Unternehmen von 2001 bis 2006 notiert. Heute ist Admiral eine der sichtbarsten Wettmarken in Österreich, mit einem dichten Netz an Wettterminals in Gaststätten und Trafiken. Die Bewilligung nennt der Anbieter als Bewilligung der Oberösterreichischen Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz.

Admiral steht für den klassischen österreichischen Wettanbieter: stark in Fußball und Tennis, solide in Eishockey und Handball, mit Wettterminals auch dort verfügbar, wo keine Trafik in der Nähe ist. Die Online-Plattform ist die digitale Erweiterung des stationären Geschäfts, nicht umgekehrt. Für Spieler, die ihren Wettschein klassisch am Automaten holen und ihn online verwalten wollen, ist Admiral die passende Adresse.

Verdikt: Admiral ist die Wahl für Spieler, die Wert auf eine österreichische Marke mit stationärem Vertrieb legen. Die Online-Plattform ist solide, aber nicht das Kernprodukt – wer rein online wetten will, findet bei tipp3 das vollständigere Bild.

Vierklee: Tiroler Bewilligung bis zur Aktenzahl

Vierklee ist der einzige Anbieter im Feld, der die Bewilligung bis zur Aktenzahl nennt: IIa.10.065/144-0 des Amtes der Tiroler Landesregierung, anwendbare Rechtsvorschrift ist das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz. Betreiber ist die Vierklee Wettbüro GmbH. Die Bewilligung ist also dokumentiert, das Bundesland Tirol ist klar, die Aktenzahl nachvollziehbar.

Das Wettprogramm von Vierklee folgt dem klassischen Muster, die Quoten liegen im Mittelfeld. Der angekündigte Neukundenbonus von bis zu 100 € ist konkret in der Zahl, aber nicht in den Bedingungen – wer das Angebot nutzen will, sollte die Bonusbedingungen vor der Einzahlung direkt beim Anbieter einsehen.

Verdikt: Vierklee ist die Wahl für Spieler, die auf eine Tiroler Bewilligung setzen und einen mittelgroßen Anbieter mit überschaubarem Programm schätzen. Die fehlenden Bonusbedingungen sind ein Makel, den der Anbieter vor der Einzahlung ausräumen sollte.

Merkur Bets: Neuer Name, altes Geschäft

Merkur Bets ist seit Juni 2025 der neue Markenname der österreichischen Sportwetten-Sparte der Merkur Group. Zuvor hieß das Angebot Cashpoint Sportwetten, mit Sitz in Gerasdorf bei Wien, gegründet 1996. Die Merkur Group ist eine deutsche Glücksspielgruppe mit langer Tradition im Automatengeschäft; in Österreich unterhält sie ein Netz an Annahmestellen.

Die Bewilligung im konkreten Bundesland ist aus den vorliegenden Quellen nicht zu belegen – der Anbieter publiziert sie nicht selbst, und eine zentrale österreichische Stelle, die sie verifizieren könnte, gibt es nicht. Damit ist die Bewilligung als solche plausibel, weil die Marke in Österreich stationär vertreten ist, aber nicht im Detail nachgewiesen.

Verdikt: Merkur Bets ist die Wahl für Spieler, die einen Anbieter mit deutscher Mutter und österreichischer Vertriebsstruktur suchen. Der Markenwechsel von Cashpoint zu Merkur Bets ist frisch, das Angebot muss sich neu beweisen. Wer auf Nummer sicher gehen will, fragt vor der Einzahlung beim Anbieter oder beim zuständigen Landesamt nach.

Slotuna: Anjouan-Lizenz, kein österreichischer Anker

Slotuna wird von einer Gesellschaft mit Anjouan-Lizenz betrieben (ALSI-152406028-FI2) – eine Lizenz, die in der internationalen Glücksspielbranche vergeben wird, aber keine österreichische Bewilligung ist. Der Sitz des Betreibers ist nicht Österreich, eine österreichische Aufsichtsbehörde ist nicht zuständig. Die Rechtslage für Spieler in Österreich ist, wie im Abschnitt zur Rechtslage beschrieben, umstritten: Eine ausländische Lizenz ersetzt keine Bewilligung, der Anbieter ist aus Sicht des österreichischen Landtagsrechts unbewilligt.

Das Wettprogramm ist breit, die Quoten sind im oberen Drittel, der Sport-Erstbonus ist mit 1,5 Mindestquote und 30 Tagen Frist durchschnittlich. Was fehlt, ist jede Form österreichischer Anbindung: kein österreichischer Kundenservice, keine österreichische Aufsicht, keine Anlaufstelle in Österreich bei Problemen. Wer dort spielt, verlässt sich auf den Anbieter und seine ausländische Lizenz.

Verdikt: Slotuna ist für Spieler interessant, die ein breites Wettprogramm zu konkurrenzfähigen Quoten suchen und bewusst das Risiko einer ausländischen Lizenz tragen. Wer auf österreichische Aufsicht Wert legt, ist hier falsch.

LeoVegas: Schwedisch-maltesische Plattform mit Kambi-Sportsbook

LeoVegas gehört zu LeoVegas Gaming Ltd. (Malta), einer Tochter von MGM Resorts International. Die LeoVegas AB hat den Sitz in Stockholm und wurde 2011 gegründet. Das Sportsbook nutzt die Kambi-Plattform, einen der etablierten Sportwetten-Technologieanbieter in Europa. Die Lizenz ist eine MGA-Lizenz aus Malta – keine österreichische Bewilligung.

LeoVegas ist vor allem als Casino-Anbieter bekannt, das Sportsbook ist ein Zusatzangebot. Das Wettprogramm ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld, die Benutzeroberfläche ist auf Mobile optimiert. Die Limits sind hoch, das Bonusprogramm ist aggressiv. Für Spieler, die Casino und Sportwette in einer App wollen, ist LeoVegas eine Option, sofern die ausländische Lizenz akzeptiert wird.

Verdikt: LeoVegas ist für Spieler, die Casino und Sportwette bündeln wollen und mit der maltesischen Lizenz leben können. Wer eine österreichische Bewilligung sucht, schaut weiter.

Ybets: Anjouan-Lizenz, Sitz auf den Seychellen

Ybets wird laut Nutzungsbedingungen von der Sigg Marketing Limited betrieben, Registernummer 238992, Sitz in Victoria, Mahé, Seychellen. Die Lizenz ist eine Anjouan-Lizenz (ALSI-202411003-FI1) – keine österreichische Bewilligung, keine österreichische Aufsicht, kein österreichischer Kundenservice. Das Angebot der Plattform Ybets ist auf den Seychellen registriert.

Das Wettprogramm ist breit, die Quoten liegen im oberen Mittelfeld, das Bonusprogramm ist aggressiv. Wer bei Ybets spielt, spielt offshore – mit allen Implikationen, die in den vorherigen Abschnitten beschrieben sind.

Verdikt: Ybets ist für Spieler, die das breiteste Programm und die aggressivsten Boni suchen und die Risiken einer Anjouan-Lizenz akzeptieren. Für jeden anderen ist der Anbieter keine erste Wahl.

888sport: Gibraltar-Lizenz, börsennotierter Mutterkonzern

888sport gehört zur Evoke plc, ehemals 888 Holdings Limited, mit Sitz in Gibraltar und Londoner Börsennotierung (Kürzel EVOK). Die Lizenz ist eine Gibraltar-Lizenz – keine österreichische Bewilligung, keine österreichische Aufsicht.

Das Wettprogramm von 888sport ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld, der Markenname ist international etabliert. Die mobile App gehört zu den besseren am Markt. Für Spieler, die einen bekannten Namen mit großer Produkttiefe suchen, ist 888sport eine Option, sofern die Gibraltar-Lizenz akzeptiert wird.

Verdikt: 888sport ist für Spieler, die einen internationalen Markennamen mit Mobilkompetenz suchen. Wer auf eine österreichische Bewilligung Wert legt, bleibt bei einem Land-bewilligten Anbieter.

Wettgebühr im Detail: Was bleibt vom Gewinn übrig

Die Wettgebühr von 5 Prozent ist die Konstante, die jeder österreichische Spieler in seine Rechnung einbeziehen muss. Sie wird auf den Einsatz erhoben, der Anbieter kann sie weitergeben wie er will. tipp3 hat sich für die sichtbarste Variante entschieden: 5 Prozent auf den Gewinn, 0 Prozent auf verlorene Wetten. Bei 10 € Einsatz auf Quote 2,00 bleiben 19 € statt 20 €, bei verlorener Wette zahlt der Spieler die Gebühr nicht. Andere Anbieter verbergen die Gebühr in den Quoten – die Quote ist dann nominell 1,90 statt 2,00, und der Spieler sieht den Abzug nicht.

Was die Wettgebühr in der Praxis bedeutet: Ein 5-Prozent-Abzug auf den Gewinn entspricht einer Reduktion der Auszahlungsquote um 5 Prozentpunkte bei Gewinnwetten, bei verlorenen Wetten ändert sich nichts. Bei einer Wette mit 50 € Einsatz und Quote 3,00 macht das einen Unterschied von 7,50 € – 150 € Bruttogewinn, 142,50 € nach Abzug, 7,50 € Wettgebühr. Bei kleineren Einsätzen ist der Betrag marginal, bei größeren Einsätzen wird er spürbar.

Die Wettgebühr gilt auch für ausländische Anbieter, wenn die Wette aus Österreich abgeschlossen wird. Der Anbieter schuldet die Gebühr an die österreichische Finanzverwaltung, unabhängig davon, ob er in Österreich bewilligt ist. Dass die Gebühr tatsächlich abgeführt wird, ist eine andere Frage – bei ausländischen Anbietern ist die Einhaltung schwer zu kontrollieren. Für den Spieler ändert das nichts: Die Wettgebühr schmälert seinen Gewinn, wenn der Anbieter sie weiterreicht. Wie der Anbieter sie handhabt, steht in seinen Geschäftsbedingungen.

Auszahlung, Einzahlung und die Frage der Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit der Auszahlung ist ein Kriterium, das jeder Spieler kennt und nur wenige Anbieter offen kommunizieren. Die Spanne reicht von wenigen Stunden bei E-Wallets bis zu mehreren Werktagen bei Banküberweisung. tipp3 und die österreichischen Landeanbieter arbeiten in der Regel mit Banküberweisung, weil E-Wallets in Österreich weniger verbreitet sind als im übrigen Europa. Bei internationalen Anbietern ist die Auszahlung über Skrill, Neteller oder PayPal möglich, soweit der Anbieter diese Methoden anbietet.

Wer auf schnelle Auszahlung Wert legt, sollte die Zahlungsmethoden vor der Einzahlung prüfen. Ein Anbieter, der nur Banküberweisung anbietet, braucht für die Auszahlung zwei bis vier Werktage – das ist im Markt normal. Ein Anbieter, der E-Wallets anbietet, schafft es in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Kryptowährungen sind in Österreich kein Standard, einige ausländische Anbieter akzeptieren Bitcoin oder Ethereum, die österreichische Regulierung dazu ist nicht abschließend geklärt.

Die Einzahlungslimits sind beim einzelnen Anbieter zu erfragen. tipp3 erlaubt bis 1.950 € pro Woche, win2day staffelt nach Alter. Internationale Anbieter setzen die Limits deutlich höher oder gar nicht. Wer ein hohes Einzahlungslimit braucht, ist bei einem ausländischen Anbieter besser aufgehoben – mit den entsprechenden Risiken.

Wettanbieter, Buchmacher, Totalisateur – was die Begriffe bedeuten

Die österreichische Sprache für die Welt der Sportwetten ist eigentümlich präzise. „Wettanbieter“ ist der Oberbegriff, „Buchmacher“ und „Totalisateur“ sind die Begriffe der Landgesetze, „Wettunternehmer“ die offizielle Bezeichnung in einigen Wettgesetzen. „Bewilligung“ ist die österreichische Konzession, nicht „Lizenz“ – eine Lizenz suggeriert ein einheitliches Verfahren, das es in Österreich nicht gibt. Die „Wettgebühr“ ist die korrekte Bezeichnung für die 5-Prozent-Abgabe, „Wettsteuer“ ist umgangssprachlich, im Gesetz steht „Gebühr“ nach § 33 TP 17 GebG.

Der Spieler ist im Landrecht der „Wettkunde“ oder die „Wettkundin“, im allgemeinen Sprachgebrauch auch „Spieler“. Die Quote wird mit Komma geschrieben, 2,10, nicht 2.10. Der Wettschein ist physisch oder digital, die Annahmestelle ist die Trafik oder das Wettbüro, der Wettterminal der Automat in der Gaststätte. Eine „Kombiwette“ verbindet mehrere Tipps zu einer Wette, eine „Systemwette“ bildet aus mehreren Tipps mehrere Kombinationen. „Cash-Out“ ist die vorzeitige Auszahlung einer Wette, deren Wert der Anbieter festlegt.

Wer in Österreich eine Wettseite sucht, sollte die Begriffe kennen: „Bewilligung“ statt „Lizenz“, „Wettgebühr“ statt „Wettsteuer“, „Bundesland“ statt „Staat“, wenn es um die Zuständigkeit geht. Eine Wettseite, die sich selbst als „lizenziert in der EU“ bezeichnet, hat möglicherweise eine MGA-Lizenz – das ist keine österreichische Bewilligung.

Wann ein Anbieterwechsel sinnvoll ist

Vier Szenarien, in denen ein Wechsel zu einem anderen Anbieter sinnvoll wird:

Was nicht sinnvoll ist: Der Wechsel nur wegen eines höheren Bonus. Die Bonusbedingungen fressen den Vorteil oft auf, und der Wechsel kostet Zeit bei der Kontoumstellung.

Was eine gute Wettseite von einer schlechten unterscheidet

Eine gute Wettseite hat fünf Eigenschaften, die in der Zusammenschau zählen:

Eine schlechte Wettseite hat das Gegenteil: keine oder eine ausländische Bewilligung, aggressive Bonusbedingungen, versteckte Gebühren, keinen erreichbaren Kundenservice. Das ist nicht immer ein Betrug – es ist oft einfach ein Anbieter, der nicht für den österreichischen Markt gemacht ist.

Der Blick nach vorn: Was die Glücksspielreform 2026 ändert

Die Glücksspielreform 2026 ändert für klassische Sportwetten wenig, für Glücksspiel nach GSpG viel. Das geplante Sperr- und Limitregister gilt für Glücksspiel, nicht für Sportwetten. Was bleibt, ist die Land-Zuständigkeit: Wer Sportwetten anbietet, braucht eine Bewilligung des Bundeslandes, in dem er die Wett-Daten bereitstellt, und diese Zuständigkeit bleibt bestehen.

Für den Spieler bedeutet das: Die Auswahl an Anbietern bleibt klein im bewilligten Bereich, größer im unbewilligten Bereich. Die Wettgebühr von 5 Prozent bleibt. Die Quoten werden sich an den internationalen Märkten orientieren, nicht an einer österreichischen Besonderheit. Die Limits bleiben Sache des Anbieters. Wer sich heute für einen Anbieter entscheidet, entscheidet sich auf absehbare Zeit nicht falsch.

Was sich ändern könnte: Die politische Diskussion um eine bundesweite Sportwetten-Regulierung wird seit 2025 in mehreren Landtagen geführt, mit Anträgen in der Steiermark und in Niederösterreich. Bisher ist nichts beschlossen, und die Diskussion wird sich hinziehen. Wer eine Antwort auf die Frage sucht, ob ein österreichischer Spieler bei einem ausländischen Anbieter spielen darf, findet sie in der Rechtslage: Es gibt keine klare Antwort, und die Gerichte werden sie Stück für Stück liefern.

Häufige Fragen zu Wettseiten in Österreich

Welche Wettseiten sind in Österreich von einem Bundesland bewilligt?

Eine zentrale Liste bewilligter Wettanbieter gibt es in Österreich nicht. tipp3 nennt im Impressum eine Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung, win2day nennt dieselbe Bewilligung in seiner Wettordnung, Admiral nennt eine Bewilligung der Oberösterreichischen Landesregierung, Vierklee nennt eine Bewilligung der Tiroler Landesregierung mit Aktenzahl. Bei Starsportwetten und Merkur Bets ist die Bewilligung belegt, aber das Bundesland ist nicht im Detail veröffentlicht. Die Bewilligung wird jeweils vom Anbieter selbst ausgewiesen, eine offizielle Sammelstelle existiert nicht.

Gibt es eine bundesweite Liste bewilligter Wettanbieter?

Nein. Sportwetten sind in Österreich Ländersache – jedes der neun Bundesländer vergibt Bewilligungen nach seinem eigenen Wettgesetz. Es gibt keine Bundesbehörde, die eine Liste führt, keinen zentralen Registereintrag und keine öffentlich zugängliche Datenbank, in der alle bewilligten Anbieter aufgeführt sind. Wer prüfen will, ob ein Anbieter bewilligt ist, muss das Impressum und die Geschäftsbedingungen des Anbieters lesen oder direkt beim zuständigen Amt der Landesregierung nachfragen.

Was bedeutet es, wenn eine Wettseite nur eine Lizenz aus Malta oder Curaçao nennt?

Eine maltesische MGA-Lizenz, eine Gibraltar-Lizenz oder eine Anjouan-Lizenz ist keine österreichische Bewilligung. Der Anbieter unterliegt der Aufsicht des ausstellenden Landes, nicht einer österreichischen Behörde. Die Rechtslage für Spieler in Österreich ist umstritten: Eine ausländische Lizenz ersetzt keine Bewilligung nach dem Wettgesetz des jeweiligen Bundeslandes, aber es gibt keine Strafen für Spieler, die bei einem ausländischen Anbieter wetten. Die Wettgebühr von 5 Prozent fällt auch bei ausländischen Anbietern an, sofern die Wette aus Österreich abgeschlossen wird.

Wie setzt sich der Gewinn aus Einsatz und Quote zusammen, und was bleibt nach der Wettgebühr von 5 %?

Der Bruttogewinn ist Einsatz × Quote. Bei 10 € Einsatz und Quote 2,00 ergibt das 20 € Bruttogewinn. tipp3 zieht davon 5 Prozent Wettgebühr auf den Gewinn ab, also 1 €, und zahlt 19 € aus. Bei verlorenen Wetten trägt der Anbieter die Wettgebühr selbst, der Spieler verliert nur seinen Einsatz. Andere Anbieter verbergen die Wettgebühr in den Quoten, sodass der Spieler den Abzug nicht separat sieht – in beiden Fällen schmälert die Gebühr den Gewinn.

Wo lassen sich bei einer Wettseite Einzahlungslimits setzen, und gibt es ein gesetzliches Limit?

Bei tipp3 und win2day lassen sich Einzahlungs-, Einsatz- und Verlustlimits direkt im Kundenprofil setzen. tipp3 erlaubt maximal 1.950 € Wochen-Einzahlung, 10.000 € Tages-Einsatz und 5.000 € Wochen-Verlust, win2day staffelt nach Alter: bis 26 Jahre 250 € pro Woche, ab 26 Jahre 1.680 € pro Monat. Ein gesetzliches Limit für Sportwetten gibt es in Österreich nicht – die Glücksspielreform 2026 sieht ein Limitregister vor, das aber nur für Glücksspiel nach GSpG gilt, nicht für klassische Sportwetten. Jeder Anbieter setzt seine eigenen Limits, im Ausland sind diese oft deutlich höher oder nicht vorhanden.

Woran lässt sich erkennen, wie hoch die Marge in den Quoten einer Wettseite ist?

Die Marge ist 1 minus die Auszahlungsquote. Die Auszahlungsquote eines Marktes berechnet sich als 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …) für alle möglichen Ausgänge. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1,90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95 Prozent und eine Marge von rund 5 Prozent. Bei beiden Quoten 1,85 sinkt die Auszahlungsquote auf rund 92 Prozent, die Marge steigt auf rund 8 Prozent. Bei Drei-Wege-Märkten wie 1X2 im Fußball ist die Marge typisch höher, zwischen 5 und 10 Prozent. Wer die Marge eines konkreten Marktes wissen will, rechnet sie mit dieser Formel selbst aus.

Inhalt erstellt vom Team «wettenvergleichat»