Was Gratiswetten bei österreichischen Wettanbietern 2026 taugen

Updated November 2026
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Ein leerer Wettschein aus Papier ohne Aufdruck liegt auf einem Holztisch neben einem Kugelschreiber im Licht einer Schreibtischlampe.

Eine Gratiswette kommt mit Bedingungen, die der Anbieter allein festlegt. Sie ist kein Geschenk und keine staatliche Vergünstigung — wer sie annimmt, übernimmt Fristen, Mindestquoten und Einsatzvorgaben, die über den Werbetext hinaus bestimmen, was am Ende übrig bleibt. Welche Anbieter in Österreich eine FreeBet anbieten, welche Auflagen dazugehören und wer überhaupt eine Bewilligung hat, das entscheidet sich nach den Bedingungen jedes einzelnen Hauses.

Das FreeBet-Angebot von win2day Sportwetten umfasst fünf FreeBets zu je 10 € (insgesamt 50 €) nach einer ersten Einzahlung von mindestens 1 €; sie sind drei Jahre nutzbar.

Stand: November 5, 2026 · Geprüft gegen die Wettordnungen und Bewilligungsbescheide der jeweiligen Landesregierungen sowie die Angaben der Anbieter auf deren Webseiten.

Verantwortungsvolles Wetten, wenn ein Bonus im Spiel ist

Ein Neukundenangebot zieht den Einsatz nach oben, bevor die erste Wette gesetzt ist. Wer eine FreeBet einstreicht, spielt oft mit höherem Einsatz, auf Märkten, die er sonst nicht angerührt hätte, und innerhalb einer Frist, die das eigene Tempo vorgibt. Das ist die Rechnung, die der Anbieter macht — und sie ist in jeder Wettgebühr, jedem Quotenaufschlag und jedem Verfallsdatum eingepreist. Sie zu kennen, ist der erste Schritt, sie nicht zu bezahlen.

In Österreich gibt es für Sportwetten kein nationales Einzahlungslimit. Das Glücksspielreformgesetz 2026 — Stand 14.10.2026 noch im Entwurfsstadium — sieht zwar ein Sperrregister und ein Limitregister vor, beide würden aber Glücksspiel im Sinne des Glücksspielgesetzes betreffen, nicht die Sportwetten. Die Bundesländer regeln Sportwetten über ihre eigenen Wettgesetze; eine bundesweite anbieterübergreifende Obergrenze existiert nicht. Was bleibt, sind die Limits, die jeder Anbieter in seiner Wettordnung selbst setzt — und das ist weniger, als die Werbung vermuten lässt.

win2day nennt für Kunden bis 26 Jahre ein wöchentliches Einzahlungslimit von 250 €, ab 26 Jahren 1.680 € pro Kalendermonat; auf Antrag ist beides erhöhbar. Gewinne zählen nicht in das Limit hinein. tipp3 begrenzt Bargeldeinzahlungen und -auszahlungen über seine Annahmestellen auf 1.000 € pro Woche und verlangt zusätzlich, dass eingezahltes Guthaben einmal vollständig für Sportwetten eingesetzt wird, bevor es ausgezahlt werden kann. Die anderen bewilligten Anbieter — Vierklee, Starsportwetten, Admiral, Merkur Bets — veröffentlichen auf ihren Startseiten keine vergleichbaren Zahlen; verbindlich ist, was in der jeweiligen Wettordnung steht, und das ist je nach Anbieter unterschiedlich tief dokumentiert.

Bei den ohne österreichische Bewilligung geführten Marken — Bets.io, Tipwin, Wonderluck, N1 Bet — fehlt diese Anbindung an ein Wettgesetz ohnehin. Wer dort einzahlt, kann sich nicht an eine österreichische Behörde wenden, wenn das eigene Limit nicht eingehalten wird; die Selbstsperre eines österreichischen Anbieters greift dort nicht. Das ist nicht per se illegal — die Rechtslage ausländisch betriebener Sportwetten ist umstritten und hängt vom jeweiligen Landesgesetz ab — aber es ist der Verlust eines Schutznetzes, das bei einem bewilligten Anbieter wenigstens dem Namen nach existiert.

tipp3 bietet eine Spielpause von einem, drei oder sechs Monaten an, das Guthaben bleibt auf dem Konto. Wer längere Distanz braucht, kann eine Selbstsperre von einem, zwei oder drei Jahren wählen; das Guthaben wird nach Ablauf auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen. Beide Wege sind nach dem Start nicht mehr aufhebbar — wer die Pause zu kurz wählt, sitzt sie aus. win2day formuliert die eigenen Werkzeuge in seiner Wettordnung; die Spielsuchthilfe der Österreichischen Lotterien ist über Playsponsible.at erreichbar.

Drei Gewohnheiten, die eine FreeBet nicht überflüssig machen: erstens vor dem ersten Einlösen ein wöchentliches Einzahlungslimit setzen, das unter dem liegt, was der Anbieter vorschlägt; zweitens die Frist der FreeBet im Kalender markieren, damit sie nicht verfällt und nicht überzogen wird; drittens nach dem Ende des Angebots eine bewusste Pause buchen, bevor der nächste Bonus geholt wird. Wer das vorab festlegt, lässt sich nicht vom Werbetext treiben — die FreeBet ist dann ein Bonus, kein Köder.

Neukundenangebote und Auflagen: Was eine Gratiswette verspricht

Eine Gratiswette — im Wettanbieter-Jargon FreeBet, in der Werbung Gratiswette — ist ein Wettschein, dessen Einsatz der Anbieter stellt und nicht zurückzahlt. Gewinnt die Wette, wird nur der Reingewinn ausgezahlt; verliert sie, ist der Einsatz weg. Bei einer 10-€-FreeBet auf Quote 2,00 bringt ein Gewinn 10 € zurück, nicht 20 €. Wer das übersieht, hat die halbe Rechnung nicht gemacht. Die Werbung spricht von „gratis“ und „geschenkt“; die Mechanik spricht von „Einsatz ausgeschlossen“. Beide Sätze beschreiben dasselbe Angebot — der eine verkauft, der andere rechnet.

Im bewilligten Block werben die sechs Anbieter sehr unterschiedlich. win2day hat das einzige klar dokumentierte FreeBet-Paket: fünf FreeBets zu je 10 €, insgesamt 50 €, nach einer ersten Einzahlung von mindestens 1 €. Sie sind drei Jahre nutzbar, gelten nur für Einzelwetten, müssen genau in Höhe des FreeBet-Betrags gesetzt werden und sind nicht auszahlbar. Systemwetten sind ausgeschlossen; Cash-Out ist bei Wetten, die als FreeBet gespielt werden, ohnehin deaktiviert. Bei einer 10-€-FreeBet auf Quote 1,90 liegt der Erwartungswert auf einem ausgeglichenen Markt (Auszahlungsquote rund 95 %) bei etwa 4,50 €; auf realen Märkten mit höherer Marge von 6 bis 8 Prozent sinkt er auf 4,36 bis 4,45 €. Das ist der durchschnittliche Wert über viele Wetten — kein versprochener Gewinn.

Bei den anderen bewilligten Anbietern ist die Sachlage dünner. Vierklee kündigt auf der Startseite einen Bonus von bis zu 100 € an, nennt aber weder die Bedingungen noch den FreeBet-Charakter. Admiral und Merkur Bets veröffentlichen auf den Startseiten keinen eigenen Gratiswetten-Hinweis; das bedeutet nicht, dass keiner existiert, sondern dass er in den Aktionsbedingungen der jeweiligen Wettordnung steht. tipp3 wirbt mit dem 5-%-Beispiel aus dem eigenen Hilfetext — 10 € Einsatz auf Quote 2,00 ergeben 19 € möglichen Gewinn abzüglich der Wettgebühr —, das beschreibt aber das reguläre Wetten, nicht eine FreeBet. Starsportwetten macht zur Bonuspolitik im öffentlichen Auftritt keine Angaben.

Die ohne österreichische Bewilligung geführten Marken werben lauter. Bets.io bietet 225 % bis zu 1 BTC plus 225 Freispiele; das ist ein Casino-Angebot, nicht für Sportwetten, die Sport-Aktionen sind davon getrennt. Wonderluck wirbt im Sportbereich mit 100 % bis zu 150 € Erstbonus, einem wöchentlichen Reload bis 500 €, 10 % Cashback bis 500 €, Accumulator Boost und Early Payout — die Bedingungen sind auf der Übersicht nicht genannt. N1 Bet läuft auf dem SoftSwiss Sportsbook mit über 10.000 Live-Ereignissen in mehr als 70 Sportarten und drei Arten von FreeBets; die Auflagen sind im Einzelfall zu prüfen. Tipwin bewirbt „sichere Transaktionen“ und einen Kundenservice, nennt aber auf der App-Beschreibung weder Zahlungsarten noch Bonusbedingungen.

Die wichtigsten Auflagen, die jede FreeBet mitbringen kann, stehen ausnahmslos im Kleingedruckten:

Was die Werbung verschweigt, steht in der Liste. Wer vor dem Klick auf „Einlösen“ das Kleingedruckte liest, weiß, was am Ende übrig bleibt.

Vergleich der zehn Wettanbieter

Die Tabelle ordnet die zehn Anbieter nach ihrer Bewilligungslage und ihrer ausgewiesenen Lizenz. Die ersten sechs führen eine Bewilligung einer Landesregierung; die letzten vier führen eine ausländische Lizenz, die keine österreichische Bewilligung ist.

Anbieter Bewilligung in Österreich Bewilligende Stelle oder Lizenz Betreibergesellschaft
tipp3 ja Amt der NÖ Landesregierung (Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020) Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H.
win2day ja Amt der NÖ Landesregierung (Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020) Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH
Vierklee ja Amt der Tiroler Landesregierung (Zl. IIa.10.065/144-0) Vierklee Wettbüro GmbH
Starsportwetten ja Bundesland nicht im Detail ausgewiesen (Bescheid 8.3.2022) Star Sportwetten GmbH
Admiral ja OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz ADMIRAL Sportwetten GmbH
Merkur Bets ja Bewilligung dem Grunde nach, Betreiber nicht benannt nicht im Detail benannt
Bets.io nein Anjouan ALSI-202410047-FI2 nicht im Detail benannt
Tipwin nein Malta (MGA) nicht im Detail benannt
Wonderluck nein Anjouan nicht im Detail benannt
N1 Bet nein Curaçao nicht im Detail benannt

Bei den bewilligten Marken sticht win2day als einziger Anbieter mit einem klar bezifferten FreeBet-Paket hervor — fünf FreeBets zu 10 € nach einer Mindesteinzahlung von 1 €. Bei den übrigen ist das FreeBet-Versprechen entweder nicht im Detail beziffert oder an höhere Einzahlungen und Umsatzbedingungen geknüpft. Bei den Marken ohne österreichische Bewilligung ist die Werbung am aggressivsten und die Auflagentiefe am geringsten — was nicht heißt, dass das Angebot schlecht ist, aber es heißt, dass das Kleingedruckte vor dem Einzahlen doppelt zählt.

Grundlagen der Gratiswette

Eine Gratiswette ist eine Wette, deren Einsatz der Anbieter trägt. Das klingt nach einer geschenkten Teilnahme, ist aber eine Wette mit Eigenheiten. Bei einem gewöhnlichen Wettschein bekommt der Spieler bei einem Gewinn den Einsatz und den Gewinn zurück: 10 € auf Quote 2,00 bringen 20 € retour, davon 10 € Einsatz und 10 € Reingewinn. Bei einer FreeBet ist der Einsatz ausgeschlossen: 10 € FreeBet auf Quote 2,00 bringen nur die 10 € Reingewinn; der Einsatz von 10 € wird nicht ausgezahlt. Das ist der eine Satz, an dem jede FreeBet-Bewertung hängt — und der Grund, warum der Erwartungswert einer FreeBet immer unter dem Nennwert liegt.

Ein Fußball liegt auf einem Rasenplatz im Abendlicht, am Rand stehen ein paar Hütchen, niemand ist zu sehen.
Bei Wetten, die als FreeBet gespielt werden, ist die Cash-Out-Funktion von win2day deaktiviert.

Die zweite Eigenheit betrifft die Wettart. win2day schreibt seine FreeBets ausdrücklich für Einzelwetten vor; eine Systemwette oder eine Kombiwette ist damit nicht möglich. Andere Anbieter sind weiter gefasst; die genauen Vorgaben stehen in den jeweiligen Aktionsbedingungen. Wer mit dem Gedanken spielt, aus der FreeBet eine Kombiwette zu bauen, prüft vorher, ob die jeweiligen Auswahlen einzeln oder in Kombination gewertet werden.

Die dritte Eigenheit betrifft den Cash-Out. Bei win2day ist die Cash-Out-Funktion für Wetten, die als FreeBet gespielt werden, deaktiviert. Wer die Wette vor dem Ende absichern will, kann das bei einer FreeBet nicht tun. Bei anderen Anbietern ist Cash-Out entweder ganz freigegeben oder auf bestimmte Märkte beschränkt; das hängt vom Anbieter ab. Cash-Out ist eine eigene Wette auf den Ausgang der ursprünglichen Wette — sie verbraucht Geld, das bei einer FreeBet nicht da ist.

Die vierte Eigenheit betrifft die Frist. win2day gibt drei Jahre — länger als bei den meisten Bonusangeboten. Bei anderen Anbietern sind 7, 14 oder 30 Tage üblich. Eine kurze Frist drängt zum schnellen Wetten; eine lange Frist lässt die Wette reifen. Wer die Frist verpasst, verliert die FreeBet vollständig — auch einen Teilgewinn gibt es nicht.

Die fünfte Eigenheit betrifft die Mindestquote. Viele Boni knüpfen die Anrechnung auf den Umsatz an eine Mindestquote zwischen 1,50 und 2,00. Liegt die Quote darunter, zählt der Einsatz nicht, und die Frist tickt weiter. Eine FreeBet auf Quote 1,30 ist oft bares Geld, das der Anbieter sich zurücknimmt. Wer mit niedrigen Quoten spielt, sollte vorher prüfen, ob die Mindestquote zur eigenen Wettstrategie passt.

Die sechste Eigenheit betrifft den Gewinn. Manche Anbieter begrenzen den möglichen Gewinn aus einer FreeBet — etwa auf 100 €, 500 € oder einen Vielfachen des FreeBet-Betrags. Andere lassen den Gewinn unbegrenzt. Das steht in den Bedingungen und ist je Anbieter unterschiedlich. Wer mit dem Gedanken spielt, die FreeBet auf einer hohen Quote zu setzen, prüft vorher, ob der Gewinn gedeckelt ist — sonst kann eine Quote von 10,00 trotz eines satten Treffers nur einen gedämpften Ertrag bringen.

Diese sechs Punkte — kein Einsatzrückfluss, Wettart oft eingeschränkt, Cash-Out oft aus, Frist oft kurz, Mindestquote oft vorgegeben, Gewinn oft gedeckelt — sind die Liste, an der jede FreeBet gemessen wird. Wer sie alle prüft, weiß, was der Anbieter ihm wirklich verspricht.

Rechtslage: Bewilligung, Wettgebühr und was ohne sie gilt

Sportwetten sind in Österreich kein Glücksspiel im Sinne des Glücksspielgesetzes. Der Verwaltungsgerichtshof hat das im Erkenntnis vom 2. Juli 2015 (Ro 2015/16/0019) bestätigt: Die klassische Sportwette ist ein Geschicklichkeitsspiel und fällt nicht unter das GSpG. Damit gibt es keine bundesweite Konzession, keine bundesweite Aufsichtsbehörde, keine bundesweite Liste bewilligter Anbieter und kein bundesweites Sperrregister für Sportwetten. Bewilligungen werden nach den Wettgesetzen der einzelnen Bundesländer erteilt — jedes Land hat eine eigene Behörde, ein eigenes Gesetz und ein eigenes Verfahren.

Ein Stadion unter Flutlicht aus großer Entfernung gesehen, darüber ein klarer Nachthimmel und davor dunkle Hügel.
Rechtsgrundlage für tipp3-Sportwetten ist das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020); die Bewilligung erteilte die NÖ Landesregierung.

Diese Bewilligung — im österreichischen Sprachgebrauch ist Konzession hier falsch, das Wort gehört zur GSpG-Lotterie- und Casinoregelung — ist an den Ort gebunden, von dem aus der Anbieter die Daten bereitstellt. Für Online-Sportwetten hat der Verwaltungsgerichtshof im Erkenntnis vom 9. April 2026 (Ra 2025/02/0037, Oö. Wettgesetz) den Serverstandort als Anker bestätigt. tipp3 und win2day führen beide eine Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung nach dem NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Bescheid vom 10. Dezember 2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020. Vierklee führt eine Bewilligung der Tiroler Landesregierung (Zl. IIa.10.065/144-0). Admiral führt eine Bewilligung der Oberösterreichischen Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz. Bei Starsportwetten und Merkur Bets ist die Bewilligung dem Grunde nach ausgewiesen, das Land und die Bescheidnummer nicht. Wer vor dem Einzahlen prüft, ob die Bewilligung im Detail stimmig ist, schaut in das Impressum und die Wettordnung des jeweiligen Anbieters.

Seit dem 1. April 2025 unterliegen alle Einsätze auf Sportwetten einer Wettgebühr von 5 Prozent (§ 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG, geändert durch BGBl. I Nr. 7/2025; zuvor 2 Prozent seit 1. Oktober 2005). Die Gebühr schuldet, wer die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt, nicht der Spieler. Ob und wie der Anbieter die Gebühr an den Spieler weitergibt, ist seine Sache. tipp3 hat das offengelegt: bei verlorenen Wetten trägt der Anbieter die Gebühr selbst, bei gewonnenen Wetten werden 5 Prozent vom Gewinn abgezogen. Das eigene Beispiel: 10 € Einsatz auf Quote 2,00 ergeben 20 € Bruttogewinn, die Gebühr beträgt 1 €, der mögliche Gewinn bleibt bei 19 €. Gewinne aus Cash-Outs sowie aus „ja/nein“- und „alle 7“-Wetten sind ausgenommen. Der Bundesfinanzgerichtshof hat am 12. Mai 2026 (RV/7100519/2026) eine Beschwerde gegen die 5-%-Regelung abgewiesen. Die Entrichtung der Gebühr belegt keine österreichische Bewilligung — sie ist eine eigene Steuerfrage.

Ausländisch betriebene Sportwetten — also Anbieter ohne Bewilligung eines Bundeslandes — sind in Österreich nicht per se illegal und nicht per se legal. Die Rechtslage ist umstritten und hängt vom Landesgesetz ab; die NÖ Landtags-Materialien lassen Anbieter, die aus dem Ausland heraus bedienen, außerhalb des NÖ Wettgesetzes. Wer bei Bets.io, Tipwin, Wonderluck oder N1 Bet spielt, wettet ohne österreichische Bewilligung, ohne österreichische Selbstsperre und ohne österreichische Beschwerdestelle für das Produkt. Strafen für den Anbieter gibt es — Wien bis 22.000 €, Oberösterreich bis 20.000 € —; für den Spieler wurde keine vergleichbare Sanktion gefunden. Die Spieler-Recovery, die Gerichte bei unlizenzierten Casino- und Pokerveranstaltern zugesprochen haben, ist für Sportwetten nicht etabliert.

Für Boni und Gratiswetten gibt es keine gesetzliche Regelung. Weder die Wettgesetze der Länder noch das GSpG noch eine bundesweite Vorschrift schreiben Mindestquoten, Umsatzfaktoren oder Fristen für FreeBets vor. Was auf dem Wettschein steht, gilt allein nach den Bedingungen des Anbieters. Das macht das Kleingedruckte zur einzigen Quelle für die Frage, was eine FreeBet tatsächlich kostet — und es macht die österreichische Rechtslage in dieser Hinsicht schwächer, als die Werbung vermuten lässt.

Die zehn Anbieter im Detail

tipp3 – Niederösterreichische Bewilligung mit nachvollziehbarem Gebührenbeispiel

tipp3 wird von der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Wien betrieben und führt eine Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung nach dem NÖ Wettgesetz. Die Bewilligung wurde mit Bescheid vom 10. Dezember 2020 erteilt (IVW1-Wett-47/001-2020). tipp3 ist einer von zwei Anbietern im bewilligten Block, dessen Lizenzstatus lückenlos dokumentiert ist.

Beim Thema FreeBet fällt tipp3 vor allem durch die Wettgebühr-Transparenz auf. Die Wettgebühr von 5 Prozent wird bei verlorenen Wetten vom Anbieter selbst getragen und bei gewonnenen Wetten vom Gewinn abgezogen — Cash-Out-Gewinne sowie „ja/nein“- und „alle 7“-Wetten sind ausgenommen. Damit ist tipp3 einer der wenigen Anbieter, bei denen der Spieler die Belastung im Gewinnfall klar beziffert sieht. Über das eigene FreeBet-Versprechen schweigt die öffentliche Darstellung; ein FreeBet-Paket im engeren Sinne ist auf der Startseite nicht ausgewiesen.

Das Schutzwerkzeug ist solide. tipp3 bietet eine Spielpause von einem, drei oder sechs Monaten, das Guthaben bleibt auf dem Konto. Wer sich für ein, zwei oder drei Jahre selbst aussperrt, bekommt das Guthaben nach Ablauf auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen. Beide Wege sind nach dem Start nicht aufhebbar. Bargeldeinzahlungen und -auszahlungen über Annahmestellen sind auf 1.000 € pro Woche begrenzt; eingezahltes Guthaben muss einmal vollständig für Sportwetten eingesetzt werden, bevor es ausgezahlt werden kann. Wer mit Bargeld über die Trafik ein- und auszahlt, bekommt hier eine klare Grenze.

Was tipp3 liefert, ist keine FreeBet — sondern die seltene Kombination aus offener Gebührenrechnung und dokumentierter Selbstsperre. Wer eine FreeBet will, ist hier falsch; wer eine transparente Gebührenstruktur mit dokumentierten Schutzwerkzeugen haben will, ist hier richtig.

win2day – das einzige dokumentierte FreeBet-Paket im bewilligten Block

win2day wird von der Österreichischen Lotterien Gesellschaft mbH betrieben und führt für den Sportwettenbereich eine Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung nach dem NÖ Wettgesetz (Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020). Die Lotterie- und Casinospiele von win2day laufen unter der GSpG-Konzession, die Sportwetten unter dem Landrecht — die beiden Regime sind getrennt zu betrachten.

Das FreeBet-Paket von win2day ist im bewilligten Block einmalig klar beziffert: fünf FreeBets zu je 10 €, insgesamt 50 €, nach einer ersten Einzahlung von mindestens 1 €. Sie sind drei Jahre nutzbar, gelten nur für Einzelwetten, müssen genau in Höhe des FreeBet-Betrags gesetzt werden und sind nicht auszahlbar. Bei einer 10-€-FreeBet auf Quote 1,90 liegt der Erwartungswert auf einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt (Auszahlungsquote rund 95 %) bei etwa 4,50 €; auf realen Märkten mit höherer Marge von 6 bis 8 Prozent sinkt er auf 4,36 bis 4,45 €. Das ist der durchschnittliche Wert über viele Wetten, kein Lottogewinn. Cash-Out ist bei Wetten, die als FreeBet gespielt werden, deaktiviert; Systemwetten sind ausgeschlossen.

Das Einzahlungslimit ist nach Alter gestaffelt. Kunden bis 26 Jahre dürfen wöchentlich bis 250 € einzahlen (Freitag bis Donnerstag); ab 26 Jahren liegt das Maximum bei 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag ist das Limit individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht in das Limit hinein. Gewinne werden dem elektronischen Guthaben gutgeschrieben; wurden sie nicht gutgeschrieben, hat der Spieler vier Wochen Zeit, das zu reklamieren. Auszahlungen gehen auf das registrierte Bankkonto, Auszahlungsgebühren trägt der Spieler.

Im bewilligten Block bleibt win2day der einzige Anbieter, an dem sich die FreeBet-Rechnung am konkreten Beispiel rechnen lässt — 50 € FreeBet-Wetten über drei Jahre, mit allen Auflagen im Klartext.

Vierklee – Tiroler Bewilligung, Bonus nur angekündigt

Vierklee wird von der Vierklee Wettbüro GmbH betrieben und führt nach eigenen Angaben eine Bewilligung der Tiroler Landesregierung (Zl. IIa.10.065/144-0). Damit ist Vierklee einer von drei Anbietern im bewilligten Block, dessen Lizenzbehörde eindeutig benannt ist.

Auf der Startseite kündigt Vierklee einen Bonus von bis zu 100 € für Neukunden an. Konkrete Bedingungen — ob es sich um eine FreeBet, einen Einzahlungsbonus oder ein anderes Format handelt, welche Mindestquote gilt, welche Frist läuft — sind auf der Infoseite nicht genannt. Wer das Angebot prüfen will, muss in die Aktionsseite der Wettordnung oder in den Hilfetext des Anbieters schauen.

Vierklee taugt als Lizenz, nicht als FreeBet-Quelle. Wer auf beides Wert legt, ist bei win2day besser aufgehoben; wer im Westen Österreichs einen Tiroler Anbieter mit klarer Bewilligung sucht, kann das Angebot im Kleingedruckten prüfen.

Starsportwetten – Bewilligung ohne ausgewiesenes Bundesland

Starsportwetten wird von der Star Sportwetten GmbH betrieben. Die App-Beschreibung im Google-Play-Eintrag verweist auf einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem der Starbet24 GmbH die behördliche Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erteilt wurde. Das Bundesland und die Bescheidnummer werden in der App-Beschreibung nicht genannt.

Damit ist die Bewilligung dem Grunde nach ausgewiesen, aber nicht im Detail nachvollziehbar. Wer vor dem Einzahlen prüfen will, ob die Bewilligung zu einem konkreten Land passt, liest das Impressum und die Wettordnung der Webseite — und prüft, ob das, was in der App-Beschreibung steht, mit dem übereinstimmt, was auf der Webseite steht. Stimmt beides nicht überein, ist die Lizenz fragwürdig.

Zum Bonusangebot macht Starsportwetten im öffentlichen Auftritt keine Angaben. Damit ist unklar, ob eine FreeBet angeboten wird, in welcher Höhe und unter welchen Bedingungen. Plausibel, aber lückenhaft: Starsportwetten ist der bewilligte Anbieter, dessen Lizenz dem Grunde nach belegt, im Detail aber nicht nachgewiesen ist.

Admiral – Oberösterreichische Bewilligung, traditionsreicher Anbieter

Admiral Sportwetten wird von der ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen betrieben, die zur Novomatic-Gruppe gehörte. Das Unternehmen wurde von Walter Grubmüller gegründet und war von 2001 bis 2006 an der Wiener Börse notiert. Admiral führt eine Bewilligung der Oberösterreichischen Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz.

Im aktuellen öffentlichen Auftritt ist kein konkretes FreeBet-Versprechen ausgewiesen. Das bedeutet nicht, dass keines existiert — bei einem Anbieter dieser Größe liegt die Bonuspolitik in den Aktionsbedingungen, nicht auf der Startseite. Wer eine FreeBet erwartet, schaut in die Aktionsseite der Wettordnung.

Admiral bringt in den bewilligten Block mit, was die anderen nicht in dieser Form vorweisen: eine lange österreichische Marktpräsenz und eine klar benannte Konzernzuordnung. Wer darauf Wert legt und eine FreeBet nicht zwingend auf der Startseite sucht, findet hier einen Anbieter mit Boden.

Merkur Bets – ehemals Cashpoint, seit Juni 2025 unter neuer Marke

Die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group, früher Cashpoint Sportwetten mit Sitz in Gerasdorf bei Wien, ist seit Juni 2025 unter der Marke Merkur Bets tätig. Cashpoint wurde 1996 gegründet und gehört zur Merkur Group. Die Bewilligung ist dem Grunde nach ausgewiesen; das Land und die Bescheidnummer sind in der öffentlichen Darstellung nicht genannt.

Zum konkreten FreeBet- oder Bonusangebot macht Merkur Bets in der öffentlichen Darstellung keine detaillierten Angaben. Wie bei Admiral ist die Bonuspolitik in der jeweiligen Aktionsseite zu suchen, nicht auf der Startseite.

Merkur Bets nimmt das ältere Cashpoint-Angebot und führt es unter neuem Namen weiter. Wer Cashpoint kannte, findet es hier wieder; wer nicht, muss in die Wettordnung schauen.

Bets.io – Krypto-Willkommenspaket fürs Casino, nicht für Sportwetten

Bets.io ist ein Krypto-Casino und Sportwettenanbieter ohne österreichische Bewilligung. Die deutschsprachige Startseite nennt einen Willkommensbonus von 225 % bis zu 1 BTC plus 225 Freispiele — das ist ein Casino-Angebot, nicht für Sportwetten. Die Sportwetten-Aktionen sind davon getrennt.

Bets.io nennt eine Lizenz aus Anjouan (ALSI-202410047-FI2). Anjouan ist keine österreichische Lizenz; die Rechtslage ausländisch betriebener Sportwetten ist umstritten und hängt vom Landesgesetz ab. Bets.io hat keinen Sitz in Österreich, keine österreichische Selbstsperre und keine österreichische Beschwerdestelle für das Produkt. Wer dort einzahlt, kann sich nicht an eine österreichische Behörde wenden, wenn das eigene Limit nicht eingehalten wird oder ein Auszahlungsstreit entsteht.

Bets.io liefert für Sportwetter vor allem eines: einen Casino-Willkommensbonus, der mit Sportwetten nichts zu tun hat. Für eine Gratiswette ist die Marke die falsche Adresse.

Tipwin – MGA-Lizenz, App ohne konkrete Bonusbedingungen

Tipwin ist ein Wettanbieter ohne österreichische Bewilligung. Die App-Beschreibung wirbt mit „sicheren Transaktionen“ und einem eigenen Kundenservice-Team. Konkrete Zahlungsarten, Mindestbeträge oder Bonusbedingungen sind in der App-Beschreibung nicht genannt.

Tipwin nennt eine Lizenz der Malta Gaming Authority (MGA). Malta ist keine österreichische Lizenz; die Rechtslage ausländisch betriebener Sportwetten ist umstritten. Tipwin hat keinen Sitz in Österreich, keine österreichische Selbstsperre und keine österreichische Beschwerdestelle.

Tipwin verrät weder in der App-Beschreibung noch in der Werbung, welche Zahlungsarten, Mindestbeträge oder Bonusbedingungen gelten. Die Dokumentationstiefe ist hier am dünnsten — wer vor dem Einzahlen konkrete Konditionen lesen will, findet sie hier nicht.

Wonderluck – Anjouan-Lizenz, mehrere Sport-Aktionen ohne Bedingungen

Wonderluck ist ein Wettanbieter ohne österreichische Bewilligung. Die Sportbereich-Übersicht wirbt mit einem Erstbonus von 100 % bis 150 €, einem wöchentlichen Reload von 50 % bis 500 €, Cashback von 10 % bis 500 €, Accumulator Boost und Early Payout. Die Bedingungen zu den einzelnen Aktionen sind in der Übersicht nicht genannt.

Wonderluck nennt eine Lizenz aus Anjouan. Anjouan ist keine österreichische Lizenz. Die Rechtslage ist umstritten; eine österreichische Selbstsperre greift nicht.

Wonderluck listet auf der Übersicht das breiteste Sport-Aktionsportfolio unter den Marken ohne österreichische Bewilligung. Die Bedingungen stehen ausnahmslos im Kleingedruckten, das niemand auf der Übersicht sieht — wer dort einzahlt, prüft jede Aktion einzeln, bevor er sie annimmt.

N1 Bet – Curaçao-Lizenz, eigenes Sportwetten-Modul

N1 Bet ist ein Wettanbieter ohne österreichische Bewilligung. Das Sportwettenangebot läuft auf dem SoftSwiss Sportsbook und wurde 2021 als Projekt der N1 Group vorgestellt. Der Anbieter wirbt mit über 10.000 Live-Ereignissen in mehr als 70 Sportarten, mehr als 1.200 Wettmärkten, drei Arten von FreeBets und fünf Quotenformaten.

N1 Bet nennt eine Lizenz aus Curaçao. Curaçao ist keine österreichische Lizenz. Die Rechtslage ist umstritten; eine österreichische Selbstsperre greift nicht.

N1 Bet liefert das breiteste Live-Programm im Feld ohne österreichische Bewilligung. Wer auf Live-Breite Wert legt und die Lizenz aus Curaçao akzeptiert, bekommt hier ein vollständiges Sportwettenmodul — die fehlende österreichische Bewilligung bleibt der Preis dafür.

Häufige Fragen

Was genau ist eine Gratiswette — und wird der Einsatz bei einem Gewinn ausgezahlt?

Eine Gratiswette ist eine Wette, deren Einsatz der Anbieter stellt. Gewinnt sie, wird nur der Reingewinn ausgezahlt; der Einsatz wird nicht zurückgegeben. Bei einer 10-€-FreeBet auf Quote 2,00 bringt ein Gewinn 10 € zurück, nicht 20 €. Der wichtigste Unterschied zur gewöhnlichen Wette — und der Grund, warum jede FreeBet-Bewertung mit diesem Satz beginnt.

Gibt es Gratiswetten ohne Einzahlung in Österreich?

win2day nennt 1 € als Mindesteinzahlung für das FreeBet-Paket — niedriger geht es im bewilligten Block kaum. Eine vollständig einzahlungsfreie Gratiswette ist im bewilligten Block nicht ausgewiesen. Bei ausländischen Anbietern werben einige mit einzahlungsfreien Boni — ohne österreichische Bewilligung greift weder Selbstsperre noch inländische Beschwerdestelle. Das Kleingedruckte entscheidet, was eine echte einzahlungsfreie FreeBet taugt.

Welche Bedingungen gehören typischerweise zu einer Gratiswette?

Drei Auflagen kehren regelmäßig wieder: eine Mindestquote zwischen 1,50 und 2,00, unterhalb derer die Wette nicht zählt; eine Frist zwischen 7 und 30 Tagen, nach deren Ablauf die FreeBet verfällt; und eine Wettart-Beschränkung, die oft Einzelwetten vorschreibt und Kombiwetten oder Systemwetten ausschließt. Dazu kommen oft eine Gewinnobergrenze und eine Einsatzregel.

Wie berechnet sich der mögliche Gewinn einer Gratiswette?

Der mögliche Gewinn ist Quote minus 1, multipliziert mit dem FreeBet-Betrag — bei einer 10-€-FreeBet auf Quote 1,90 sind das 9 €. Zieht man die Auszahlungsquote des Marktes ab, kommt auf einem ausgeglichenen Markt mit 95 Prozent der Erwartungswert von etwa 4,50 € heraus. Das ist ein statistischer Mittelwert, kein versprochener Gewinn.

Sind Gratiswetten in Österreich gesetzlich geregelt?

Nein. Weder die Wettgesetze der Bundesländer noch das Glücksspielgesetz noch eine bundesweite Vorschrift schreiben Mindestquoten, Umsatzfaktoren oder Fristen für FreeBets vor. Was auf dem Wettschein steht, gilt allein nach den Bedingungen des Anbieters — das Kleingedruckte ist die einzige Quelle für die Frage, was eine FreeBet tatsächlich kostet.

Inhalt erstellt vom Team «wettenvergleichat»